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worin noch niemand war [ein Heimatfilm] | |
»Heimat« und »Terrorismus« sind in der öffentlichen Auseinandersetzung mit der WM fast ebenso wichtig wie der Fußball selbst. Und mit genau diesen beiden The-menkomplexen beschäftigt sich Jörg Albrechts Theaterstück »worin noch niemand war [ein Heimatfilm]«, das am 29. Juni in der Schauburg in Dortmund szenisch gele-sen wird.
Im Stück wollen vier Freunde, um der Arbeit zu entfliehen, einen Heimatfilm dre-hen. Und dafür holen sie ihn vom Land in die Stadt. Die Revolution des Heimatfilms steht unmittelbar bevor, da flüstert ein Gespenst ihnen revolutionäre Gedanken ein, und so gleiten die Vier unmerklich ab in einen Terrorismus. Sie beschließen, das Ge-hirn von Ulrike Meinhof zu befreien.
Was aber ist echt, und was nur im Film? Wie sie eingekreist und gestellt werden, zeigt das Stück. Kommentare kommen aus der Gespensterwelt: von den deutschen Film-schauspielern Paul Klinger und Rudolf Klein-Rogge, deren zweite Identitäten, Fant-omas und Doktor Mabuse, auch von Revolutionen und Explosionen sprechen. Bis ein weiteres Gespenst auftaucht …
»worin noch niemand war [ein Heimatfilm]« ist der zweite Teil der szenischen Text-trilogie »1, 2, 3. Verschwinden!« von Jörg Albrecht, in der es um das Verschwinden in verschiedenen Formen geht. In diesem Fall: Hat der alte Heimatfilm nach dem Krieg das Revolutionäre in Deutschland verschwinden lassen? Und kann der neue Heimat-film sie wieder hervorbringen? Nebenbei verschwinden einige Figuren, andere tau-chen unerwartet auf.
Es lesen, filmen und flüstern ein: Barbara [Janine Siepmann], Börries [Matthias Gei-se], Julius [Christopher Bauer], Wanda [Kirstin Cramer], Paul Klinger/Fantomas [Jens Mühlenbrock], Rudolf Klein-Rogge/Doktor Mabuse [Christoph Dörn], Female Ghost [Ines Haak], Gewebe [Nadine Hefler]
Jörg Albrecht, geboren 1981 in Bonn, lebt in Dortmund, schreibt Prosa, Hörspiele & szenische Texte; eingeladen wurde er unter anderem 2003 zum Klagenfurter Litera-turkurs beim Ingeborg-Bachmann-Preis und zum Transatlantischen Treffen Junger Autoren; er erhielt den Literaturförderpreis der Stadt Dortmund 2002, den Förder-preis der Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit 2005 und gewann beim open mike der Literaturwerkstatt Berlin 2005; für die Staatsoper Hannover schrieb er das Libretto zu »Notstrom« (2004), mit seinem Stück »immer verschwinden« war er zu den Werkstatt-Tagen des Burgtheaters Wien eingeladen; im August 2006 erscheint sein Roman »Drei Herzen« im Wallstein Verlag, mit »aufplatzen.aufkratzen«, dem dritten Teil der »Verschwinden«-Trilogie, nimmt er am Dramalab des uniT Graz teil
Eintritt: 4,00 € pro Karte | Termine:
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